Exkursion zweier Biologie - Kurse
Es war ein sonniger Donnerstag Morgen und ich, einigermaßen ausgeschlafen, war auf der Suche nach meinem Biologiekurs. Ich schlängelte mich am Teltowkanal entlang, als ich schon eine Schülergruppe - bestehend aus einem Bio-Leistungskurs einem Bio-Grundkurs - am Wasser sitzen sah. Frau Kröger hatte schon eifrig alle nötigen Unterlagen verteilt, in denen uns Informationen über die Geschichte des Teltowkanals, die natürlichen Bademöglichkeiten in Berlin und - der Grund, warum wir uns alle versammelt hatten - das Bestimmen der Wasserqualität des Teltowkanals und verschiedener Organismen gegeben wurden.

Auch wenn man kein Experte zur Wasserqualität war, war es doch ein Leichtes zu erkennen, dass das Teltowkanalwasser eher anderen Zwecken dient, als ein Badeparadies für Fisch und Volk darzustellen. Tatsächlich kräuselten sich Schaumkronen an der Oberfläche und ein gewisser Gestank lag über dem trübe dahinfließenden Wasser, das an der ersten Stelle aus dem Einleiter des Klärwerks Ruhleben stammte. Doch wir ließen uns als angehende Wissenschaftler davon nicht unterkriegen, im Gegenteil…
Zunächst wurde im ersten "Forschungsgebiet" gruppenweise die Flora und Fauna erkundet und fachmännisch bestimmt. Neben "exotischen" Gänseblümchen und vielen anderen Pflanzen wurde auch ein Raubvogel erblickt. Die Schüler bereicherten uns mit ihrem eigenem Wissen, das teilweise aus internetfähigen Handys recherchiert wurde, so z. B. dass Sauerampfer zerrieben gegen Mückenstiche hilft.


Nun wurde im zweiten "Forschungsgebiet" in Gruppen an vier verschiedenen Untersuchungsstellen die Wasserqualität des Teltowkanals bestimmt und für die Untersuchungsstelle jeweils ein Protokoll erstellt. Mit Thermometern für die Temperaturbestimmung im Zusammenhang mit der Ermittlung des Sauerstoffgehalts, einer weißen Platte nach dem Prinzip einer Secchi-Scheibe für die Sichttiefe und Luxus-Netzen zur Gewinnung von Planktonproben gingen wir ans Werk. Die von Frau Kröger selbst gebastelte Flaschenkonstruktion ermöglichte es uns, auch Wasserproben aus größerer Tiefe zu entnehmen.
Alles verkorkt und verstaut, machten wir uns auf den Weg zu unserem "Chemie-Labor" auf der Tischtennisplatte. Mit Indikatoren und Untersuchungssets gerüstet, bestimmten wir den pH-Wert, die Gehalte von Nitritit-, Nitrat- und Phosphationen und den Sauerstoffgehalt einschließlich der Sauerstoffsättigung und hantierten dazu mit verschiedenen Chemikalien herum.
Zwischendurch blieb genug Zeit für ein Päuschen im warmen Gras, auf der Schaukel oder beim nahegelegenen Bäcker.
Zwischendurch blieb genug Zeit für ein Päuschen im warmen Gras, auf der Schaukel oder beim nahegelegenen Bäcker.


Durch unsere Proben erfuhren wir, dass das Teltowkanalwasser eine ungefähre Wassergüte von II-III, beim Einleiter und Kraftwerk eher III hat und somit zum Baden und Trinken ungeeignet ist.
Interessant dabei waren die Vergleiche der verschiedenen Messstationen. So stellten wir fest, dass die Temperatur und der Phosphationengehalt des vom Kraftwerk eingeleiteten Wasser erhöht sind. Der Schaum und unangenehme Geruch waren jedoch nur nach dem Einleiter der Klärwerks Ruhleben zu beobachten. Uns fiel der insgesamt sehr hohe Nitrationengehalt auf, der für eine hohe
Nährsalzbelastung spricht, der Phosphationengehalt jedoch ergab an den meisten Stellen den Wert null, so dass Phosphationen als Minimumfaktor zu vermuten sind und offensichtlich im Klärwerk vollständig entfernt wurden. Die Sauerstoffsättigung variierte in Abhängigkeit von den Gegebenheiten an den jeweiligen Messstationen.
Wir merkten, dass ein Tag am Wasser -sogar mit Aufgaben - wesentlich angenehmer als ein stickiges Klassenzimmer sein kann und dass man besonders im Grünen gut lernen kann.
Maureen W., 13.06.2011
Maureen W., 13.06.2011

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Frau Kröger, Biologie Kurse












